„Hier verdichtet sich die Schönheit“ Der Malerweg in der Sächsischen Schweiz

26. August 2017
1. Etappe: Liebethaler Grund – Stadt Wehlen
13,56 km
↑ 220 m ↓ 250 m
Trotz durchwachsener Wettervorhersage, mache ich von Berlin aus auf dem Weg. Ich habe mich bei den Planungen dafür entschieden, eine kleine Ferienwohnung in der Stadt Wehlen zu buchen, von der ich die Etappen aus laufen möchte. Von den „netten“ Hotels, die ich im Vorfeld angeschrieben haben, habe ich nur Absagen erhalten und eine feste Unterkunft bietet mir neben Selbstverpflegung auch die Möglichkeit mit leichtem Gepäck zu wandern. Zumal alle Etappen mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar sind.
Als ich in Dresden umsteige, schüttet es wie aus Eimern. Wie auch immer, das Wetter muss man so nehmen, wie es kommt und ein wenig Weg hab ich ja noch vor mir. In Pirna muss ich noch ca. 40 Minuten auf den Bus warten, der mich zum Liebethaler Grund und damit zum Start der ersten Etappe bringt. Die Wartezeit nutze ich, um mich mit Prospekten der Verkehrsgesellschaft einzudecken. Ich hab mir zwar im Vorfeld alle Verbindungen rausgesucht, aber eher nach einer groben Zeitplanung. Und es gibt eine Broschüre mit allen wichtigen Busfahrplänen, dann bin ich ja bestens gerüstet.
Als ich im Liebethaler Grund aussteige hat auch der Regen aufgehört, das ist doch was. Ich starte trotzdem in Regenjacke, tröpfelt es doch noch ganz ordentlich von den Bäumen runter. Erste „Sehenswürdigkeit“ ist das Wagner Denkmal, passend mit Musikbeschallung aus der Oper Lohegrin. Ein junges Pärchen bittet mich darum, ein Foto von Ihnen zu machen, sie sind auch auf dem Malerwegs unterwegs und voll bepackt, mit Zelt, Schlafsack etc. pp. Beeindruckend. Auf dem weiteren Weg folgt nun eine Baustelle, die abgesperrt ist, aber wir zwängen uns gemeinsam durch die Stahlgitter, umzukehren ist keine Alternative. Später erfahre ich, dass das erste Wegstück komplett gesperrt ist, das hab ich wohl übersehen und das Pärchen ebenso.
Bei der ersten Kreuzung trennen sich die Wege, sie möchten in eine andere Richtung gehen, ich vertraue lieber meinem GPS, auch wenn die beiden nicht auf mich hören möchten. Inzwischen hat sich auch der Himmel aufgeklart, es wird wärmer und die Sonne kommt raus. Der Weg führt durch Felder und Wälder und ich schäle mich aus meinen Regensache und kann sogar in eine kurze Hose schlüpfen. Die erste Etappe hat „nur“ 11 Kilometer, aber ich nehme mir ausgiebig Zeit, und komme am Ende bei den 3-4 Stunden raus. Und unerwartet anstrengend finde ich es auch, in Berlin wandere ich gern mal über 20 Kilometer, vielleicht liegt es auch an dem noch schweren Gepäck auf dem Rücken. Ab morgen wird es leichter! Als ich dann den Nationalpark betrete, wird es richtig schön. Die moosbewachsenen Felsen ragen links und rechts auf, durch den Regen und die Wärme dampft es allerorten. Im Uttenwalder Grund sind viele junge Menschen unterwegs und alle strahlen glücklich. Ich machen unzählige Fotos. Mit schmerzenden Füßen erreiche ich mein heutige Ziel, die Stadt Wehlen und die präsentiert sich wie im Bilderbuch. Mit der Fähre geht es noch über die Elbe und erreiche mein Domizil für diese Woche, eine sehr gemütliche Dachgeschosswohnung, in der ich mich augenblicklich wohlfühle. Dann muss ich noch einkaufen, damit ich auch für die nächsten Tage gerüstet bin. Mit der S-Bahn geht es zwei Stationen nach Königsstein, und alle Orte, die ich passiere, sehen aus wie im Miniaturwunderland. Mit Spaghetti, Bienenstich und guten Wetteraussichten beende ich den ersten Tag.

 

27. August 2017
2. Etappe: Stadt Wehlen – Hohnstein
12,91 km
↑ 604 m ↓ 340 m

Wieder geht es mit der Fähre am frühen Morgen über die Elbe. In der Stadt Wehlen drehe ich noch eine Runde, die bei meiner gestrigen Etappe gefehlt hat. Am Startpunkt der heutigen Etappe treffe ich direkt an der Elbe auf das junge Paar von gestern bei ihrem Frühstück und wir tauschen uns kurz aus. Deren Nacht im Zelt war wohl bescheiden und die erste Etappe mit ein paar mehr Kilometern im zickzack (sie wollten mir mit meiner Wegbeschreibung ja nicht glauben) anstrengender als erwartet. Ich bin zumindest nochmals froh über meine gemütliche Unterkunft, in der ich prima und tief und fest geschlafen habe und mache mich auf den weiteren Weg. Ich werde die beiden auf dem weiteren Weg nicht mehr wiedertreffen, ob sie wohl aufgegeben haben? Bald schon geht es hinauf auf natürlichen Stufen, und es dauert nicht lang, bis ich den steinernen Tisch erreiche, der für August den Starken als Rastplatz errichtet wurde. Auch ich gönne mir eine erste Pause mit einem Becher Tee, die aber angesichts zahlreicher Mücken nicht sehr entspannt ausfällt. Kurz darauf laufe ich inmitten von Menschenmassen. Da der Weg bisher doch relativ wenig bis gar nicht bevölkert war, ist klar, ich nähere mich der Hauptattraktion des Elbsandsteingebirges: die Bastei, die allein pro Jahr rund 1,5 Millionen Besucher anlockt. Ein paar Fotos schieße auch ich, ansonsten beeile ich mich, schnell aus dem Getümmel herauszukommen. Es geht unzählige Stufen hinab und der idyllische Amselsee lädt mit wesentlich weniger Menschen zu einer weiteren Pause ein. Als ich den Amselgrund passiert, verstärkt sich der Wasserfall direkt, als ich an ihm vorübergehe. Inzwischen sind die Wege schon wieder menschenleer. Durch eine Schlucht geht es vorbei en einer verlassenen Mühle. Irgendwie märchenhaft. Dann folgt ein Stück direkt an der Straße entlang, weniger märchenhaft. Zumal unzählige Motorräder ordentlich knattern. Das nervt. Sorry, für dieses Hobby hab ich wenig Verständnis, der Lärm ist einfach nur ätzend, auch schon als ich wieder auf einem Waldweg laufe, dröhnt es weiter. Erst inmitten der Wolfsschlucht umgeben von mächtigen Felsen ist es wieder still. Doch mit dem Aufstieg Richtung Altendorf schwelgt der Lärm wieder an. Hier gibt es noch Reste von den Mauern des Bärengartens, und tatsächlich wurden hier in der Vergangenheit wirklich Bären gehalten – für Hetzjagden, unter anderem im Dresdner Zwinger. Doch als die ersten ausbrechen konnten, hatte der Bärengarten ausgedient.
Nur kurz muss ich in Hohnstein auf den Bus warten, der einen ordentlichen Umweg bis Pirna fährt. Alle Sehenswürdigkeiten werden nochmal in mehreren Schleifen abgeklappert, eine Radfahrerin am Wegesrand scheint kollabiert zu sein, doch zwei Frauen sind bereits zur Stelle, als wir die gleiche Stelle nochmals mit dem Bus passieren, ist von ihnen nichts mehr zu sehen.

 

28. August 2017
3. Etappe: Hohnstein – Altendorf
14,64 km
↑ 438 m ↓ 485 m

Früh geht es los, denn die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dauert wegen des Umweges über Pirna, nicht idealer Anschlüsse und der diversen Schleifen heute fast 1 ½ Sunden. Kurz nach zehn starte ich dann mit der Wanderung, zunächst durch breite Waldwege. Die erste Pause auf der Terrasse der Brand-Baude, Cappuccino und Kuchen, die wunderschöne Aussicht und das herrliche Wetter gibt es gratis. Danach folgen viele Stufen bergab. Heute sind auch ein paar andere Wanderer unterwegs, die auch den Malerweg wandern. Beim nächsten Aufstieg lasse ich sowohl ein Männer-Trio als auch ein Mächen-Duett aus den Niederlanden an mir vorbeiziehen, doch am Ende des Aufstiegs kann alle wieder einholen. Denen ist wohl die Puste ausgegangen, Also doch, in der Ruhe liegt die Kraft. Es folgt ein Waldstück mit schönen Ausblicken. Der nächste Abschnitt erinnert fast an einen Urwald. Ein Bach schlängelt sich links des Weges, auf beiden Seiten ragen grüne Felsen empor, bewachsen von Moosen und Farnen, deren Wurzeln sich dem Boden entgegenrecken. Der finale Aufstieg über Felder, die an Almen in den Alpen erinnern ist nicht minder schön, auch glückliche Kühe fehlen nicht und dazu die klare Luft, pures Wanderglück. Altenburg ist schnell erreicht, es geht mit dem Bus nach Bad Schandau, nach einem Einkauf verpasse ich knapp die S-Bahn. Auf dem Bahnsteig setzt sich ein älterer Mann neben mich, den ich eben im Tunnel überholt habe. Nur sehr mühsam konnte er mit zwei Krücken laufen, hat es aber nun auf die Bank geschafft und summt vor sich hin. Wir kommen ins Gespräch und er kommt unverkennbar aus München. Doch nach einem Urlaub hat es ihn endgültig hergezogen, dieses Fleckchen zieht Künstler an, sagt er noch beschwörerisch, da sich die Schönheit hier verdichte. Heute habe er seinen Philosophen-Abend: Er setzt sich auf eine Bank in der Stadt Wehlen und beobachtet die Menschen. Einmal habe er darüber auch eine Novelle geschrieben. Schriftsteller ist er also. Auf meine Frage, wie er heißt, mag er nicht antworten, stattdessen verabschiedet er sich von mir in Wehlen angekommen mit einem Gedicht.

 

29. August 2017
4. Etappe: Altendorf – Neumannmühle
19,93 km
↑ 701 m ↓ 775 m

Auch heute geht es früh los, denn die Etappe heute ist eine der längsten und anspruchvollsten, so die Broschüre über den Malerweg. Die Wanderung beginnt unspektakulär durch ein Wohngebiet aber bald geht es auch über Wiesen und Wälder. Nachdem ich einen Campingplatz passiert habe, bekomme ich Begleitung von llona und Claus aus dem Ruhrpott nebst Straßenhund ohne Schwanz aus Rumänien. Zusammen geht es zu den Schrammsteinen. Dabei erzählt Claus, wie er einmal in den Alpen wild übernachtet hat. Als wir die ersten Leitern erreichen wird Kolja dank eines Tragegriffs am Geschirr getragen. Da ich mich noch zur Schrammsteinaussicht begeben möchte, trennen sich nun unsere Wege. Auf dem Weg dorthin erscheinen dann Zeichen, dass es ein Klettersteig sei, ich bekomme Muffensauesen so alleine und kehre um. Klar, hinterher sagen mir alle, wie herrlich von dort doch die Aussicht gewesen wäre. Aber auch so ist die Aussicht auf dem folgenden Gratweg gigantisch. Die Ruhrpottler treffe ich mich einmal bei dem nächsten Schönen Pausenplatz wieder, aber ich gönne mir nur eine kurze Rast. Kurz darauf dreht sich ein junger Mann immer nach mir um und fragt mich, ob er auf dem richtigen Weg sei. Er ist Informatikstudent und auch auf dem Malerweg unterwegs. Mein GPS zeigt mir an, dass alles seine Richtigkeit hat und wir gehen das nächste Stück gemeinsam. Dabei erzählt er mir von seinen bisherigen Erfahrrungen. Es ist seine erste Wanderung. Schon am ersten Tag sei er fast zusammengebrochen, zu wenig Essen, zu viel Gepäck, ganz schwummerig sei ihm gewesen. Aber er hat Hilfe in Form eines Müsliriegels bekommen. Am zweiten Tag hatte er dann riesige Blasen an den Füßen, doch auch diese sind nun dank Blasenpflastern wesentlich erträglicher. Und einen Großteil seines Gepäcks habe er nach dem zweiten Tag dann in Hohenstein gelassen. Als wir beim Lichtenhainer Wasserfall ankommen, möchte er eine längere Pause machen, ich ziehe weiter, will ich doch meinen Bus um halb fünf am Etappenziel erreichen. Den Wasserfall muss man auch eher suchen, aber er ist die Attraktion der Endstation der Kirnitzschtalbahn. Es folgt noch ein Anstieg hinauf zum Kuhstall, zwei entgegenkommende Frauen fragen ein Paar, ob sie denn auf dem richtigen Weg zum Wasserfall seien. Das Paar schaut irritiert, ich kann jedoch bestätigen und dem Paar sagen, dass der Wasserfall auch eher nicht zu sehen war. Nach dem Kuhstall folgt ein letzter Abstieg über die Treppen und ich erreiche das Ziel so zeitig, dass ich mir noch Kaffee und einen Blaubeerkuchen gönnen kann, bevor es mir dem heute mal vollen Bus Richtung Bad Schandau geht.

 

30. August 2017
5. Etappe: Neumannmühle – Schmilka
13,42 km
↑ 796 m ↓ 798 m

Der Bus heute früh ist gerammelt voll, das Kirnitzschtal ist definitiv die Nummer 1 als Ausflugsziel der Wanderer in der Sächsischen Schweiz. Zumal wir wieder perfektes Wetter haben. Doch an der Station Neumannmühle bin ich in der Tat die Einzige, die den Malerweg einschlägt, der zunächst an der Straße entlangführt, aber bald schon die ersten Steigungen parat hat. Nach einem Waldstück, in dem die ersten Pilzsammler unterwegs sind, gibt es weiter oben dann eine wunderschöne Aussicht: Zeit für einen ersten Tee. Der Wald riecht herrlich, die Luft ist klar und frisch, schöner geht Wandern wirklich nicht. Bei der nächsten Aussicht treffe ich auf alle anderen bereits bekannten Malerwegwanderer: den Informatikstudenten aus Kiel, die beiden Holländerinnen und noch ein weiterer junger Mann. Alle haben heute ihren letzten Tag und werden die anderen Etappen rechtselbisch nicht laufen. Ich finde heraus, dass ich obwohl ich eine Stunde später gestartet war, die andern offensichtlich doch eingeholt habe, so langsam, wie ich immer denke zu sein, bin ich also doch nicht. Und das obwohl die anderen so ca. 15 Jahre jünger sind als ich. Gemeinsam räkeln wir uns auf den angewärmten Felsen in der Sonne, und als die eine Holländerin anfängt zu singen, ist das für mich ein echter Gänsehautmoment. Es folgt der höchste Punkt auf den Malerweg, der große Winterberg. Von guter Aussicht inmitten des Waldes aber keine Spur, doch die bietet sich ein kurzes Stück später. Wieder sind alle Malerwegwanderer versammelt und schießen sichtlich wehmütig Gruppenfotos zum Abschluss. Ich mache noch deine lange Pause mit dieser herrlichen Aussicht bevor ich mich an den letzten steilen Abstieg mache, der mich zum heutigen Etappenziel Schmilka bringt.

 

31. August 2017
6. Etappe: Schmilka – Gohrisch
21,12 km
↑ 784 m ↓ 656 m

Bequem geht es mir der S-Bahn zum Start. Der Malerweg wird nun linkselbisch weitergeführt. Direkt geht es in die erste Steigung, die mich auf grüne Wiesen und durch beschauliche Dörfer führt. Und es bieten sich in der Tat ganz andere Ausblicke als bisher. Auf dem Malerweg scheine ich heute ganz allein zu sein, nur an schönen Aussichtspunkten treffe ich auf andere Wanderer. Bald wird der Weg auch als Capar-David-Friedrich-Weg ausgewiesen und es gibt ein paar interessante Informationen am Wegesrand. Durch einen Wald erreiche ich den Ort Krippenberg. Inzwischen hat sich der Himmel zugezogen, ok, es war auch Regen angesagt. Eine Umleitung wegen Forstarbeiten lässt mich eine ordentliche Schleife mit ein paar zusätzlichen Kilo- und Höhenmetern laufen. Mein anvisiertes Mittagspausenrastziel – die Liethenmühle – hat heute Ruhetag und ich mache an einer Bank eine kurze Pause im Nieselregen. Dann achte ich nicht 100%ig auf die richtige Wegführung und merke erst später, dass ich wieder zurück muss. Doch so weit entfernt kann das Etappen Ziel nicht mehr sein, der Regen wird jedoch stärker und stärker. Kurz bevor der letzte Aufstieg beginnt, treffe ich auf zwei Spaziergänger, die mich davon abhalten möchten, allein weiter hoch zu gehen, viel zu rutschig bei diesem Wetter – zumal ich allein bin und sie wären die letzten dort oben gewesen. Ich lasse mich kurz verunsichern, zumal ich gerade noch an einer Bushaltestelle vorbeigekommen bin, aber laut GPS und Karte scheint der Weg wirklich nicht mehr weit zu sein. Der Aufstieg ist nun auch nicht wirklich gefährlich, ein paar enge Felsspalten und ein paar kurze Leitern müssen bezwungen werden. Rutschig ist es keineswegs, und ich habe ja gute Wanderschuhe an, die schon ganz andere Bedingungen erlebt. (Zum Beispiel eine wahre Schlammschlacht auf Island, das war in der Tat rutschig). Oben angekommen kann ich der Versuchung von Kaffee und Kuchen nicht widerstehen und ich habe noch massig Zeit, bis der Bus in Gohrisch fährt. Eine Stunde sollte ja locker für die restlichen 2 und ein bisschen Kilometer genügen. Doch weit gefehlt, durch den steilen Abstieg dauert es wesentlich länger als kalkuliert und in Gohrisch muss ich noch viele extra Meter in Kauf nehmen, um den Ort und damit die Bushaltestelle zu erreichen. Eine Minute bevor der Bus fährt treffe ich ein und lasse mich erschöpft, aber glücklich auf den Sitz sinken.

 

2. September 2017
7. Etappe: Gohrisch – Struppen
22,92 km
↑ 858 m ↓ 937 m

Gestern hat es den ganzen Tag geregnet und ich habe eine Wanderpause eingelegt und nur einen kleinen Bummel durch die Stadt Wehlen gemacht. In dem Bonbonladen gab es gerade live zu bestaunen, wie das Muster in die Bonbons kommt, sehr beeindruckend und mit hohem Unterhaltungswert.
In Gohrisch angekommen muss man erstmal wieder ein ordentliches Stück zurücklaufen, um auf den Malerweg zu kommen und die Stecke kenne ich ja bereits durch den vorgestrigen Tag. Die erste Herausforderung der heutigen Etappe ist das Nadelöhr, durch das man auf den Pfaffenstein gelangt. Außer mir sind viele Familien und andere Wanderer unterwegs. Darunter auch ein Kind, das gerade erst laufen kann. Bei den Leiterpassagen kommt es allerdings wieder in das Tragegestell des Papas. Oben angekommen erwartet den Gipfelstürmer eine bewirtschaftete Hütte mit Spielplatz. Für die Kinder ist der Aufstieg über Leitern und enge Felsspalten ein Abenteuer und sichtlicher Spaß, zumal der Auf- und Abstieg in weniger als einer Stunde gut für alle machbar ist. Oben suche ich mir jedoch eine stille Ecke mit schöner Aussicht und trinke meinen Tee. Danach folgt eine unfreiwillige Ehrenrunde, da ich offensichtlich der falschen Beschilderung folge und wieder an der Hütte rauskomme, die ich bereits vor 20 Minuten passiert habe. Also gut, neuer Versuch: Diesmal gelingt er und es ist mir rätselhaft, wie ich den eigentlichen Weg übersehen konnte, so breit ist er! Über den Quirl, einer zerklüfteten Felslandschaft mit einer geräumigen Höhle, geht es hinab nach Königsstein, wo ich noch kurz einen Abstecher in den Supermarkt mache. Dann hinauf zur Festung Königsstein, die mich sehr beeindruckt! Im 16. Jahrhundert wurde die Burg zur Festung ausgebaut, die nie erobert werden konnte. Mehr als 30 Gebäude sind dort in den vergangenen Jahrhunderten errichtet worden, unglaublich. Ich habe keine Zeit für eine Besichtigung eingeplant, was ich bei dem Anblick in der Tat bereue. Also muss ich irgendwann wiederkommen. Auch das Prebischtor und ein Ausflug auf den Lilienstein stehen noch aus, genügend für einen weiteren Aufenthalt im Elbsandsteingebirge! In Thürmsdorf gibt es in der Schokoladenmanufaktur zur weiteren Wegstärkung eine weiße heiße Blaubeer Schokolade plus Kuchen. Mir ist anschließend etwas schlecht, aber bis Weißig ist es nicht so weit. Von dort aus möchte ich es noch zu meiner Unterkunft nach Struppen schaffen. Das Schild für Wanderer sagt 1 ¾ Stunden voraus, ich wundere mich schon, warum man so lange für ca. 3 Kilometer brauchen soll, aber da geht mal wieder hinauf, über Eisentreppen und Leitern. Puh, bei bereits 20 absolvierten Kilometern in meinen Beinen nochmal eine Herausforderung. Belohnt werde ich mit wunderschönen Ausblicken und einer letzten Portion Elbsandsteingebirge. Ein letzter Abstieg durch den Wald und ich erreiche im einsetzenden Regen meine Unterkunft.
Das allerletzte Stück beschieße ich auf Anraten des Wanderführers nicht mehr zu laufen. Am nächsten Tag geht es zurück, ich drehe noch eine Runde in der Stadt Wehlen, mit aufder Fähre sind heute noch zwei Schafe, die sich auf dem Stadtfest tummeln und in Dresden mache ich noch einen schnellen Stadtrundgang inklusive Zwinger, bevor mich der Fernbus zurück nach Berlin bringt.

 

 

 

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