Alles, nichts, Oder? Radtour Joachimsthal – Bad Freienwalde

19. Juni 2017

65 km aus der Route „Tour Brandenburg“

Nach einigen Wochen Pause kann ich die „Tour Brandenburg“ heute mit der nächste Etappe fortsetzen. Das Ziel steht noch nicht final fest, aber es gibt genügend Auswahl mit Bahnanschlüssen, so dass ich mich entspannt in den Tag treiben lassen kann. Da es Montag ist, sind deutlich weniger Radfahrer in den Zügen und ich komme entspannt kurz nach zehn in Joachimsthal an. Seinen Namen erhielt der Ort durch Kurfürst Joachim und einen Kaiserbahnhof gibt es, der auf Anweisung von Kaiser Wilhelm II. erbaut wurde, damit dieser sein Jagdrevier am Werbellinsee erreichen konnte. Zunächst geht es am Grimitzsee vorbei, für eine Badepause ist es für mich noch zu früh, obwohl ich andere Badende treffe und auf meinem Foto verewige. Kurz darauf schrecke ich an einem Waldrand einen Bussard auf, der mich heftigst ausschimpft. Aber schön ist er und imposant. Weiter durchs idyllische Althüttendorf nach Chorin, wo ich im Schatten des Klosters eine erste Pause einlege. Bereits auf einer Wanderung im Herbst hatte ich den Ort als besonders empfunden und daran hat sich nichts geändert. Die Temperaturen steigen stetig an, doch in Niederfinow sind in dem Restaurant so viele Renter unterwegs, dass ich und mein Wunsch nach einem Eiskaffee beflissentlich ignoriert werden. Dann eben nicht. Pfff. Als Stärkung gibt es stattdessen ein paar Maiswaffeln, bevor ich mich quasi durch das imposante Schiffshebewerk hindurch begebe. Das wurde bereits im Jahr 1934 errichtet und galt seinerzeit als das weltgrößte. Doch inzwischen wird ein paar Meter weiter gerade ein neues gebaut. Auch auf der weiteren Strecke darf ich wieder entdecken, wie wunderschön es im Barnimer Land ist. Ich hatte mich mit der Route nicht so genau beschäftigt und stelle bald verwundert fest, dass ich mich an der Oder und somit schon an der Grenze zu Polen befinde. Einen kurzen Abstecher kann ich mir nicht verkneifen, außerdem brauche ich ein neues Getränk. Und tatsächlich, direkt links über der Brücke gibt es einen Polenmarkt, auf dem es Zigaretten, Taschen und sogar Anglerbedarf käuflich zu erwerben gibt. Doch ich halte mich nicht zu lange auf, außerdem finde ich auch keine befriedigende Möglichkeit, mein Rad sicher abzuschließen. Das letzte Teilstück geht es nach Bad Freienwalde, wo ich die Tour beende und gerade so noch den nächsten Zug nach Berlin erwische. Nur leider gibt es ziemlich Verspätungen, am Abend erfahre ich von Anschlägen auf die deutsche Bahn wegen des G20-Gipfels. Merkwürdige Art zu demonstieren, denn am Ende trifft man doch die Menschen, die überhaupt nichts damit zu tun haben, so auch Familien, die mit ihren kleinen Kindern unterwegs sind. Ich bin hingegen von den vielen schönen Bildern in meinem Kopf und den gerstrampelten Kilometern tiefenenspannt. Und wer weiß, wäre die Welt vielleicht ein kleines Stückchen besser, wenn jeder mehr Zeit in der Natur verbringen würde?

 

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